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[ITW] Aurélie Gallice zum Thema Umweltmanagement bei ArianeGroup 08.03.2021 |  6 Minuten

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Know-how in Bezug auf die Evaluierung und Bewertung der Umwelteffekte unserer Produkte und Standorte ist unabdingbar für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen.

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Aurélie Gallice ist Umweltwissenschaftlerin und Expertin für nachhaltige Entwicklung. Seit 2017 erarbeitet sie bei ArianeGroup Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks der Gruppe. Umweltschutzthemen sind ihr ein wichtiges Anliegen und prägen ihre Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung, Strategiearbeit und praktischer Umsetzung.

Könnten Sie uns eine kurze Stellenbeschreibung geben und erklären, womit genau Sie sich derzeit beschäftigen?

Ich analysiere und bewerte, wie sich unsere Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie unser Unternehmen insgesamt auf die Umwelt auswirken. Einerseits befasse ich mich mit der umweltverträglichen Gestaltung von Produkten und Verfahren, andererseits mit der Senkung der Treibhausgasemissionen des Unternehmens, also mit zwei sich ergänzenden Bereichen.

Können Sie uns mehr über Ökodesign made by ArianeGroup erzählen?

Mit dem ökologischen Gestaltungsansatz möchten wir die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung und Umweltschutzaspekte bereits bei der Konzeption von Produkten, Dienstleistungen und Verfahren miteinfließen lassen und so deren Umwelteffekte vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung nach Gebrauch reduzieren. Wir verfolgen hier einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur die Folgen des Klimawandels betrifft, sondern unter anderem auch die Auswirkungen auf die natürlichen Ökosysteme, die Ressourcen und die Gesundheit des Menschen.

Im Rahmen meiner Tätigkeit geht es darum herauszufinden, worauf die von uns ausgehenden Umweltfolgen zurückzuführen sind, an welchem Punkt des Lebenszyklus sie auftreten und ob sie Teil unserer unmittelbaren Wertschöpfungskette sind. Außerdem erarbeite ich raumfahrtspezifische Methoden und Kennzahlen sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Bereich.

So etwa hat Ariane Group bei der Entwicklung der Ariane-6-Trägerrakete eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Betriebslebenszyklus durchgeführt.

Diese in der Raumfahrt noch eher unübliche Herangehensweise dient der Ausarbeitung einer Roadmap für die umweltgerechte Gestaltung künftiger Trägerraketen. Ziel ist eine insgesamt fortschreitende Senkung der Umweltbelastung.

Arbeiten Sie nicht auch an einem „Klimaplan” zur Reduzierung der Klimawirkung von ArianeGroup?

Die Kohlenstoffbilanz ist ein Werkzeug, mit dem man die durch eine vom Menschen ausgeführte Tätigkeit oder Unternehmung verursachten Treibhausgaseffekte berechnen kann. Berücksichtigt werden bei Unternehmen sowohl die direkten als auch die indirekten Emissionen. Dazu zählen unter anderem Energiekonsum sowie Treibstoff- und/oder Brennstoffverbrauch der Standorte, Abfallentstehung und -entsorgung, gewerbliche Gütertransporte und der Pendelverkehr von Mitarbeitenden.

ArianeGroups erste CO2-Bilanz wurde im Juli 2020 durchgeführt und bildet eine erste Basis für den ArianeGroup „Klimaplan”. Mit Hilfe dieser Roadmap unterstützen wir die weltweiten Initiativen zur Eindämmung der Erderwärmung.

Welche Strategie hat ArianeGroup zur Erhöhung seiner Umweltverträglichkeit entwickelt?

Seit 2020 verfolgt ArianeGroup sein Engagement für Nachhaltigkeit, wobei der Klimaplan Bestandteil unserer Umweltstrategie ist. Wir forcieren dabei unter anderem effiziente Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit von Produkten und Verfahren stehen wir vor großen Herausforderungen, zu deren Bewältigung wir an der Wiederverwendbarkeit der Oberstufen, dem Management von Raumfahrtmüll und umweltschonenden Antriebssystemen arbeiten. Mit Projekten wie der wiederverwendbare Prometheus-Motor oder der Themis Demonstrator für wiederverwendbare Raketenstufen verbessern wir unsere Umweltverträglichkeit. Und diese werden wir dank ökologischer Gestaltung auf ein Höchstmaß steigern!

Wodurch trägt ArianeGroup zur Entwicklung ökologischen Bewusstseins in der Raumfahrt bei?

Da ArianeGroup schon früh über die Instrumente zur Evaluierung von Umwelteffekten und diesbezüglich auch über Know-how und Erfahrung verfügte, fungieren wir in der Raumfahrtindustrie sozusagen als Wegbereiter. Wir engagieren uns im Rahmen zahlreicher Kooperationen und Arbeitsgruppen. Mit der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA), der von ArianeGroup und der französischen Raumfahrtagentur CNES ins Leben gerufenen Accelerator-Plattform ArianeWorks, unserer Tochter Arianespace und anderen Industrieunternehmen entwickeln wir gemeinsame Roadmaps zu Umweltthematiken in der Raumfahrt.

Möchten Sie abschließend nocht etwas hinzufügen?

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Gleichzeitig sind wir uns der bestehenden ökologischen und sozialen Problematiken vollkommen bewusst. Während die Industrie gefordert ist, Maßnahmen zu setzen, steckt sich die Europäische Kommission mit der bis 2050 anvisierten CO2-Neutralität ambitionierte Ziele. Wir Industrieunternehmen sind maßgebliche Protagonisten dieses Wandels und müssen unsere Pläne in Bezug auf Ökodesign und nachhaltige Entwicklung in Übereinstimmung mit den Vorgaben der internationalen Gremien in messbare Ergebnisse umsetzen.