ArianeGroup und IHI Aerospace verstärken ihre Zusammenarbeit bei der Weltraumüberwachung mit einer neuen Helix-Station in Japan

Am 1. April 2026, dem ersten Tag als CEO von ArianeGroup, ist Christophe Bruneau gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und einer Delegation französischer Wirtschaftsvertreter nach Japan gereist. Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung (MoU) zwischen ArianeGroup und IHI Aerospace bildet dieser Besuch einen wichtigen Meilenstein für die Stärkung der französisch-japanischen Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt.

 

Die Übereinkunft wurde im Beisein von Philippe Baptiste, dem französischen Minister für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt, im Tokyo Innovation Base in Marunouchi unterzeichnet und betrifft den gemeinsamen Betrieb einer optischen Bodenstation zur Erfassung der Weltraumlage (SSA), die am Industriestandort von IHI in Aioi angesiedelt ist.

 

Die Station ist mit drei optischen Sensoren ausgestattet. Sie soll gemeinsam von ArianeGroup und IHI Aerospace betrieben werden, um die Weltraumumgebung besser kennenzulernen und effizienter auf die wachsenden Herausforderungen des Sektors zu reagieren.

 

Strategische Zusammenarbeit für die Eigenständigkeit im Weltraum

 

In einem Kontext der zunehmenden Überlastung und Militarisierung des Weltraums ist die orbitale Überwachung wichtiger denn je, um die strategische Eigenständigkeit einzelner Staaten zu garantieren. Dabei sind die für die Kommunikation, die Navigation und die Verteidigung unerlässlichen Weltrauminfrastrukturen immer zahlreicheren Risiken ausgesetzt.

 

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat ArianeGroup Helix entwickelt, ein weltweites Netz von 16 Stationen und 47 optischen Sensoren, die über eine Kommando- und Steuerungszentrale (C2) zusammengeschlossen sind. Sie nutzen Innovationen in den Bereichen Optik, Laser, Automatisierung und künstliche Intelligenz.

 

ArianeGroup und IHI Aerospace arbeiten seit 2017 zusammen und haben seitdem nach und nach ihre gemeinsamen Überwachungs-, Bahnbestimmungs- und Analysekapazitäten weiter ausgebaut.

 

Die neue Station wird zu Folgendem beitragen:

 

  • Erweiterung der Abdeckung von mittleren (MEO), geostationären (GEO) und hohen Umlaufbahnen (HEO),
  • Sicherstellung einer durchgängigen Verfolgung von Weltraumobjekten,
  • Ausweitung der Datenbanken von ArianeGroup und Ausbau des Zugangs von IHI Aerospace zu orbitalen Informationen.

 

 

Konsolidierte und nachhaltige französisch-japanische Zusammenarbeit

 

Im Laufe ihrer seit 2017 bestehenden Partnerschaft haben ArianeGroup und IHI Aerospace schrittweise ihre gemeinsamen Kapazitäten im Bereich der Überwachung ausgebaut, wobei sie seit 2022 gemeinsam Daten für die geostationäre Umlaufbahn bereitstellen.

 

Mit dieser gemeinsamen Station wird ihre Fähigkeit, den Anforderungen ziviler und militärischer Akteure Rechnung zu tragen, weiter verstärkt.

 

 

 

Gemeinsame strategische Herausforderungen

 

Die am 1. April geschlossene Vereinbarung zielt auf Folgendes ab:

 

  • Stärkung der Überwachungskapazitäten beider Partner dank einer erweiterten orbitalen Abdeckung,
  • Erweiterung der verfügbaren Datenkataloge,
  • Konsolidierung der Eigenständigkeit Frankreichs und Japans für eine größere Autonomie in Bezug auf den Schutz von Vermögenswerten.

 

Christophe Bruneau, CEO von ArianeGroup, erklärte: „Diese Partnerschaft illustriert unseren gemeinsamen Einsatz für eine robuste und resiliente Weltraumüberwachung. In einer Zeit, in der der Weltraum zunehmend zu einem Feld der Auseinandersetzungen wird, tragen wir gemeinsam zur Sicherheit des Raumflugbetriebs bei.

 

Chiyuki Nakamata, Präsidentin von IHI Aerospace, erklärte: „Wir freuen uns über den Abschluss dieser Vereinbarung mit ArianeGroup. Bisher haben wir uns hauptsächlich auf den geostationären Orbit konzentriert. Dank der gemeinsamen Nutzung dieses Observatoriums können wir unsere Kapazitäten auch auf die niedrige Erdumlaufbahn ausweiten, was zur Entwicklung unserer SSA-Tätigkeiten und zur Weltraumsicherheit beiträgt.“

 

Die Einbindung dieser Station in das Helix-Netz verbessert die Erfassung von Bedrohungen und die Reaktivität im Falle orbitaler Vorfälle. Auf lange Sicht könnte diese Zusammenarbeit auf neue technologische Projekte ausgeweitet werden, wodurch die Position der beiden Länder auf der internationalen Raumfahrtbühne gestärkt würde.

 

Foto: Arianespace / Kiyoshi