06.03.2026
Das neue Raketentriebwerk GRETA hat seine erste Testkampagne erfolgreich bestanden. Nach den vielversprechenden Ergebnissen bereiten ArianeGroup und ESA jetzt die nächsten Entwicklungsschritte vor. Im neuen mobilen Teststand am ArianeGroup-Standort Trauen hat die Schubkammer seit Juli Heißgastests durchlaufen, um Zündung und Betrieb mit den neuen Treibstoffen Wasserstoffperoxid und Ethanol zu erproben.
GRETA ist Teil der SPE-Triebwerksfamilie, die beispielsweise an Kick-Stufen von Trägerraketen, Oberstufen von Mini-Launchern oder als Antriebe von Mondlandefähren eingesetzt werden können. Die Triebwerke auf Basis der SPE-Technologie nutzen lagerfähige Treibstoffe und sind dadurch bei langen Einsätzen im Weltraum zuverlässig und mehrfach wiederzündbar. Die neue Variante wird mit Wasserstoffperoxid und Ethanol betrieben. Diese sind umweltfreundlicher herzustellen und ungefährlicher in der Handhabung als das für das konventionelle SPE -Triebwerk genutzten hypergolen Treibstoffe.
Die neuen Treibstoffe verhalten sich im Einsatz allerdings auch deutlich anders als die bisherigen Lösungen. Diese Eigenschaften zu testen, war Ziel der Kampagne von Juli bis November 2025 in Trauen. ArianeGroup hat dafür im Auftrag der ESA einen mobilen Prüfstand entwickelt und gebaut.
Bei den Testläufen ging es zunächst darum, das Triebwerk beherrschen zu lernen, und dann Daten über Ausbrenngrade und Wärmeeintrag in die Kühlung zu sammeln. Damit ermöglicht man die Verankerung analytischer Werkzeuge für künftige Auslegungen und gewinnt praktische Erfahrungen über Bauweisen und Details der Konstruktion.
Dieser experimentelle Prototyp ist der erste seiner Art, und hat deswegen am Prüfstand reichlich für unerwartete Ergebnisse gesorgt. Durch die Kreativität und Improvisationsgabe des Test-Teams wurde aus der Kampagne ein voller Erfolg, mit 45 Zündungen.
Während die Ergebnisse ausgewertet werden, geht es für die Entwickler jetzt bereits um die nächsten Schritte: ArianeGroup und ESA haben einen Vertrag über die Fortsetzung des Projekts im Rahmen des Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) geschlossen.
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der gerade abgeschlossenen Kampagne wird ArianeGroup in 2027 einen kompletten Triebwerksdemonstrator testen. Dieser Demonstrator enthält – neben seiner Architektur um die ArianeGroup Schubkammer – elektrisch angetriebene Pumpen, raumfahrttaugliche Ventile und ein fortschrittlichen Zündsystem, geliefert von ArianeGroups industriellen Partnern.
GRETA Heißgastests