Derzeit können Satelliten weder repariert noch aufgetankt oder aufgerüstet werden, wenn sie einmal in der Umlaufbahn sind. Sie werden gebaut, gestartet und letzten Endes aufgegeben. Das ist kostspielig, unwirtschaftlich und nicht nachhaltig. Genau dagegen will die europäische Initiative ISOS (In-Space Operations and Services) angehen, indem sie eine Infrastruktur einführt, die in Betrieb befindliche Satelliten beliefern, reparieren und aufrüsten kann. Je länger ein Satellit in Betrieb bleibt, desto geringer sind die Missionskosten und die Menge der im All hinterlassenen Rückstände. All das soll durch ASTRALIS ermöglicht werden.
Für Europa ist die ISOS-Initiative eine strategische Priorität und dient als Fundament für eine neue Weltraumwirtschaft sowie als Garant für die technologische Eigenständigkeit des Kontinents. ISOS vereint vier spezielle Komponenten in einem integrierten System. ASTRALIS ist eine von ihnen.
Unser tägliches Leben stützt sich auf Satellitendienste, sei es für die Navigation, die Wettervorhersage, sichere Kommunikation, Krisenhilfe, oder Präzisionslandwirtschaft. Wenn sie jedoch ausfallen oder nicht mehr über ausreichend Treibstoff verfügen, können sie nicht aufgetankt, geschweige denn repariert werden, und werden in der Umlaufbahn sich selbst überlassen.
Hier verspricht ASTRALIS Abhilfe. Als Logistikfahrzeug der ISOS-Mission bringt ASTRALIS Treibstoff, Ersatzteile und Komponenten zur Aufrüstung direkt in die Umlaufbahn. Mit diesen Diensten können die Lebensdauer der europäischen Satelliten verlängert und die Kosten neuer Missionen sowie die Menge der Raumfahrtrückstände reduziert werden. Und was für Europa gut ist, ist es auch für jeden, der in seinem Alltag auf funktionstüchtige Weltrauminfrastrukturen angewiesen ist.
ASTRALIS wurde jedoch nicht nur für die Pilotmission entworfen, sondern soll letzten Endes tatsächlich Logistikdienste auf den letzten Kilometern, Transportmissionen über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus und Fracht- sowie Experimentrücktransporte zur Erde vornehmen. ASTRALIS und ISOS4I sind das Modell für eine künftige dauerhafte Logistikkette Europas im Weltraum.
ISOS4I ist die europäische Antwort auf die strategische Frage: Wie kann man langfristig eine orbitale Infrastruktur warten, ihre Lebensdauer verlängern und sie modernisieren?
Die Mission ISOS beruht auf einem anpassbaren, interoperablen und entwicklungsfähigen Konzept mit folgenden vier operationellen Komponenten.
ASTRALIS stützt sich auf ein Konsortium von 15 Partnern, an dem großen Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und innovative KMU aus acht europäischen Ländern beteiligt sind. ArianeGroup leitet das Konsortium als Koordinator auf der Grundlage der jahrzehntelangen Erfahrung des Unternehmens in Entwurf, Entwicklung, Herstellung und Erprobung großer und komplexer Raumfahrtsysteme wie Trägerraketen, Kick-Stages und Antriebssystemen.
Das Konsortium vereint die besten europäischen Kapazitäten in den Bereichen Integration großer Weltraumsysteme, automatische Rendezvous- und Dockingsysteme, Antriebssysteme, Robotik sowie Raumfahrzeugentwicklung. All dieses Fachwissen wird speziell in den Dienst von ASTRALIS als Logistik-Komponente von ISOS gestellt.
ASTRALIS wird dem Zeitplan des ISOS4I-Programms folgen, dessen gegenwärtige Phase den Systementwurf, die Technologieentwicklung und den Demonstrator am Boden umfasst. Angestrebt wird eine erste Mission in der Umlaufbahn bis spätestens 2030.
2026
Start des Projekts und Zusammenstellung des Konsortiums
2026-2027
Konzeption des Systems und Technologiedemonstration
2027-2029
Detaillierte Konzeption, Bau und Tests
2030
Start der Mission und Einführung des Dienstes